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Der Notfall-Rucksack

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Wenn Freunde oder Verwandte mein Notfallpack sehen, höre ich oft Dinge wie: “Du bist doch bekloppt!” oder “Bist ein Schwarzseher und Übertreiber, was?” Aber ich sehe das ähnlich, wie bei einem Sicherheitsgurt im Auto. Wer den anlegt, ist ja auch kein Schwarzseher.  Man legt ihn an um ein Stück mehr Sicherheit in einer möglichen, unsicheren Situation zu erlangen und niemand wird ihn anlegen, weil er davon ausgeht, dass er definitiv und auf jeden Fall einen Unfall haben wird. Und ich habe schon oft gehört, und auch selbst erlebt, wie froh man nach einem Unfall ist, vor der Fahrt den Sicherheitsgurt angelegt zu haben. Genauso sehe ich meinen Notfallrucksack.

Viel Arbeit und Geld kostet ein solches Notfallpack nicht, kann Ihnen aber viel Ärger ersparen. Sollte ich einmal in die Situation kommen, dass ich in meiner Wohnung nicht mehr sicher bin, sieht meine Evakuierung, zusammen mit einigen anderen Vorbereitungen, die ich getroffen habe, so aus:  Notiz schreiben (wann ist wer wohin aufgebrochen! Nach Mögllichkeit mit Ziel-Kontaktdaten) und diese (in einen Umschlag) an die Wohnungstür pappen, Rucksack nehmen und weg!

Das Notfall-Pack für jede Gelegenheit

Zunächst einmal gibt es nicht DEN Notfallrucksack. Je nach grad Ihrer Vorbereitung und Ihrer “Schwarzmalerei” haben Sie vielleicht sogar mehrere Exemplare. Ich zum Beispiel habe derzeit 3 Varianten im Einsatz.

  • Auto-Notfall-Pack
    Falls es mal ganz doof kommt und es nicht mehr weitergeht und ich mehrere Stunden oder sogar Tage auf der Autobahn verbringen muss. Hier geht es eigentlich mehr um Komfort in einer solchen Situation. Kleidung, Decken, Energie-Riegel, EPA, Schokolade, Licht, Wärmepacks und sowas halt. Ein Verbandskasten ist eh im Auto ebenso der Kanister mit Ersatzbenzin und ein Spannungswandler. Achja, da ich täglich Medikamente einnehmen muss, habe ich auch eine Ration für 3 Tage in diesem Pack.
  • 14-Tage-Tasche
    Diese Tasche ist für Situationen, in denen ich wahrscheinlich für längere Zeit nicht in meine Wohnung zurück kann. Wie der Name erahnen lässt, kein Rucksack, sondern weil ich hier etwas mehr Zeuchs drin habe eine Segeltuchtasche.  Die Ansch affung eines entsprechenden Rucksacks ist aber geplant. Das ist auch einer meiner Grundsätze. Wenn es sich lohnt getan zu werden, lohnt es sich auch nicht ganz perfekt getan zu werden. Die Sachen passen in diese Tasche, die nicht unbedingt optimal ist, denn wer will schon sein  Zeug für 14 Tage  durch die Gegend schleppen, aber es ist besser als nichts. Der Rucksack ist auf der Liste der Dinge, die zu kaufen sind bevor ich zu so frivolen Dingen wie iPhone, Fernseher oder so übergehen kann und gut ist.
  • 72-Stunden-Rucksack
    Um eben jenen soll es hier gehen. Evakuierungen oder die selbst iniziierte “Flucht” um einer Gefahr zu engehen ist hier der Gedanke. Die wichtigsten Dinge für drei Tage gehören in diesen Rucksack.

Was gehört in einen Nofallrucksack?

Es gibt 3 verschieden Kategorien von Gegenständen in einem Notfallrucksack. Das wichtigste sehen sie hier, eine vollständige Checkliste können Sie sich als PDF herunterladen

  1. Essentials – Unbedingt und immer dabei
      • Erste-Hilfe
        Hier sind wirklich nur Hilfe für kleinere Verletzungen mitzunehmen. Sollten Sie mit dem Auto unterwegs sein, haben Sie ein größeres Kit dabei und bei Ihrer “Flucht” müssen Sie hier höchstwahrscheinlich auch nicht durch Wald und Feld, oder über Berg und Tal trecken. Pflaster, ein zwei Mullbinden, Schere, Pinzette, Desinfektionsmittel, Latex-Handschuhe, etc. Je nach Platz und belieben können Sie natürlich Dinge hinzufügen. Das gilt im Übrigen für alle hier erwähnten Punkte.
      • Wasser – 3 Liter für jeden Tag
        Drei Tage sollten Sie mit Ihrem Vorrat schon auskommen, denn die Umstände können immer so sein, das sie Schwierigkeiten haben, mit Wasser versorgt zu werden. Neben  meinem Notfallrucksack steht daher ein eingeschweißter 6er-Pack mit 1,5l Flaschen Wasser ohne Kohlensäure. Eine ebensolche Flasche befindet sich nochmal in meinem Rucksack.
      • Nahrung für 3 Tage
        Am besten eignen sich haltbare, ohne weitere Zubereitung verwendbare Nahrungsmittel. Energie und Müsliriegel, EPA, Trockenfrüchte ect.. Ich hatte noch ein wenig Platz im Rucksack und habe daher auch ein Kochgeschirr eingepackt und nehme deshalb auch Fertignahrung mit. Reisnudelgerichte, Fertigsuppen, Tee, Kaffee und Zucker :-) . Warme nahr- und schmackhafte Mahlzeiten sind sind in Notsituationen ein echter Moralbooster.

     

    • Gezähe
      Die Bergleute benennen so jegliches, nützliche Werkzeug, welches sie für ihre Arbeit brauchen. Ich meine damit Dinge, die wir zur Nutzung unserer sonstigen Ressourcen benötige. Messer, Multitool oder auch Besteck oder ein Dosenöffner können wichtige Grundlage für die Nutzung Ihres Rucksacks sein. Was Sie mitnehmen ist natürlich wieder Ihren Vorlieben überlassen. Ich nehme z.B. keine Gabel und keinen Löffel mit, dafür besitze ich einen Titan-Göffel.
    • Kleidung
      Sie sollten Kleidung zum Wechseln dabei haben. Nicht nur entsprechende Unterwäsche, sondern auch mind eine alternative Oberbekleidung, denn man weiß nie, was in einer solchen Notsituation alles passieren kann.
    • Hygieneartikel
      Hygiene ist in Situationen, wo die Dinge nicht mehr so laufen wie wir es gewohnt sind, extrem wichtig. Die Austattung ihres persönlichen Hygienekits ist natürlich wieder Geschmackssache. Ich habe beispielsweise eine kleine Tube Haargel dabei, was man nun wirklich nicht braucht, aber auch sowas ist gut für das allgemeine Wohlbefinden in einer Notsituation. Was auf jeden Fall dabei sein muss sind Zahnbürste, Zahnpasta, Seife, Waschlappen (sehr nützlich, wenn Sie nur wenig Wasser zum waschen haben sollten) und kleines Handtuch, Klopapier. Hygieneartikel gibt es oft auch in kleinsten Mengen und Verpackungen zu kaufen, oder Sie nehmen bei Ihrem nächsten Hotelaufenthalt einfach mal den Inhalt des Badezimmers mit. :-)
    • Licht – Taschenlampe (batteriebetrieben oder Kurbel)
    • Radio (batteriebetrieben oder Kurbel)
    • Ersatzbatterien
    • Not-Decke (wie im Verbandskasten)
      Damit kann man sich nicht nur warm halten, sondern die Survivalisten unter uns könnten damit gar ein kleines Zelt basteln, falls man doch mal im Wald schlafen muss.
    • Geld
      Verlassen Sie sich nicht darauf, dass im Notfall ihre ec- oder Kreditkarte funktioniert. Sie sollten auf jeden Fall Bargeld in Ihrem Rucksack haben. Ich habe auch ein paar 1oz Silbermünzen dabei, man kann ja nie wissen.
  2. Situationsbedingt
    Je nach Situation und Lebensumständen kann es natürlich notwendig sein andere Dinge mitzunehmen. Wer im Notfall evtl. 10-20km zu Fuß zum nächsten Außenposten der “Zivilisation” laufen muss benötigt sicherlich andere Dinge in seinem Rucksack als jemand der auf einer Hallig oder in einem urbanen Umfeld lebt. Karte und Kompass, angepasste Kleidung, Wasserfilter, Defibrilator und so weiter. Diese Dinge müssen Sie aus ihrer persönlichen Lage aus überdenken und entsprechende Vorkehrungen treffen
  3. Luxusartikel
    Einige habe ich weiter oben schon erwähnt, wie beispielsweise  Zucker, Tee und mein Haargel. Unterhaltungsmedien, ob Buch oder mp3-Player, braucht man wirklich nicht unbedingt können aber ein wirklicher Halt in schrecklichen Umständen sein.
    Grundsätzlich kann man sagen, alles was Sie bereit sind zu tragen und was Ihnen eine schreckliche Zeit erleichtern kann, kann in Ihrem Rucksack sein.
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2 Kommentare »

  • Krisen-Fieber » Blog Archive » Was tun, wenn man mal schnell weg muss? said:

    [...] Ich habe eine Checkliste erstellt, die dabei helfen soll das Zusammenstellen und die Wartung zu erleichtern. Diese Checkliste steht hier auch zum Download als PDF zur Verfügung. [...]

  • Surviva said:

    Schöner Artikel.
    Weiter so!
    Grüsse aus der Schweiz

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