Im Falle eines Stromausfalls werden natürlich der Wegfall von Licht, Kaffeemaschine und Fernseher von vielen sofort bemerkt. Die meisten Menschen sind, wahrscheinlich durch Erfahrungen aus vergangenen kurzen Stromausfällen oder auch, weil man geeigneten Ersatz ohnehin zur Hand hat, für kurze Unterbrechungen in der Stromversorgung gerüstet. Kerzen und anderes Ersatzlicht finden sich meist in irgendeinem Schrank, ein batteriebetriebenes Radio lässt sich, wenn nicht in der Wohnung, dann doch zumindest im Auto, meist auch noch finden. Doch die wenigsten Menschen denken daran, dass bei einem Blackout wahrscheinlich auch die Heizung still stehen wird.
Heizen ohne Strom
Moderne Zentralheizungen benötigen Strom. Für die Umwälzpumpe, die automatische Brennstoffzufuhr oder auch ganz simple für die Steuerung. Den Wegfall der warmen Gemütlichkeit in den eigenen vier Wänden bemerkt man daher meist erst Stunden nach dem Stromausfall. Und was passiert im Winter, wenn der Strom nicht nach einigen Stunden wieder da ist? Alles schon da gewesen.
Vorbereitet zu sein und seinen eigenen Notfallplan für solche Fälle zu besitzen ist also durchaus verantwortungsbewusst und in keinster Weise paranoid oder durchgeknallt, wie sie es sicherlich von Ihren Nachbarn, und Bekannten hören werden, wenn Sie ihre Vorbereitungen für den Notfall treffen. Sie sollten sich also vorbereiten, aber welchen Grad der Vorbereitung sie wählen hängt nicht nur von Ihren Wünschen und Vorstellungen ab, sondern auch von den Möglichkeiten in Ihrer Wohnstätte. Auch sollten Sie darauf achten, dass Ihre Ersatzheizung möglichst zu den geplanten Notfallsubstituten in Sachen Licht und Kochen passen. Soll heißen, Es ist nicht besonders sinnvoll mit Petroleum zu heizen, mit Benzinlampen fürs Licht zu sorgen und mit Gas zu kochen. Ein Brennstoffvorrat für den Notfall zur Überbrückung von 2-3 wochen ohne Strom sollte reichen.
Wenn Sie sich allerdings auf größere Zusammenbrüche im Stromnetz gefasst machen wollen, ist es durchaus sinnvoll auf mehrere Brennstoffe zurückgreifen zu können, falls es Versorgungsengpässe bei einem der Ersatzbrennstoffe kommen sollte. Was bringt Ihnen der schöne Gaskocher und Gasstrahler, wenn Ihnen niemand Ihre schöne neue Gasflasche wieder auffüllen kann.
Alternativen mit Rauchabzug

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Diese alternativen Heizmöglichkeiten benötigen für den Betrieb in Ihrer Wohnung einen entsprechenden Rauchabzug. Sie müssen also Zugang zu einem geeigneten Kamin besitzen um Kachelöfen, Ölöfen oder Kaminöfen betreiben zu können. Eine offizielle Abnahme der gesamten Installation ist erforderlich. Sie sollten am Besten vor Kauf einer Alternative Ihren Schornsteinfeger fragen, worauf zu achten ist. Der Bundesverband der Schornsteinfeger hat auch einen PDF-Leitfaden für Sie erstellt in dem Sie weitere nützliche Infos finden.
Ölofen - Der Ölofen benötigt relativ wenig Platz um aufgestellt zu werden und gibt ausreichende Wärme ab um bei ausgefallener Heizung nicht erfrieren zu müssen. Außerdem hat er den Vorteil, dass er viel weniger Arbeit und Dreck macht als beispielsweise ein Holz-Kaminofen. Die meisten Ölöfen können sogar an die zentrale Heizölversorgung im Haus angeschlossen werden. Wahlweise kann man natürlich auch auf den integrierten oder externen Öltank zurück greifen. Um unseren Zweck zu erfüllen, muss man aber unbedingt darauf achten, dass der ausgewählte Ofen keine elektrische Zündung besitzt, denn für diese braucht man – Strom.
Heizkamin/Kachelofen/Kaminofen – Ich fasse diese drei Möglichkeiten mit Holz zu heizen einfach mal zusammen, weil sie im Grunde das Gleiche tun. Durch die Verbrennung z.B. von Holzscheiten entsteht Wärme die dann durch Konvektion oder Wärmestrahlung oder beides abgegeben wird. Von klein bis groß wird im Fachhandel so ziemlich für jeden Geldbeutel etwas angeboten. Einfache Kaminöfen sind natürlich günstiger als Öfen, die man an das zentrale Warmwassersystem anschließen kann oder Kamine bei denen die Abluft erst nach mehrfachen Windungen an der Wand verschwindet.
Worauf Sie auf jeden Fall achten sollten, ist dass Ihr neuer Ofen für den Dauerbetrieb ausgelegt ist. Billige Kaminöfen sind dies meistens nicht.
Der große Vorteile solcher Heizalternativen ist eindeutig der nachwachsende Brennstoff Holz, der zudem im Vergleich mit Heizöl einfach günstiger ist. Selbst wenn der Kaminofenboom der letzten Jahre zu einem extremen Preisanstieg führt ist Holz immer noch günstig.
Küchenherd – Bei diesen Geräten, die zumindest ich aus meiner Kindheit noch in guter Erinnerung habe, denn zwischen Herd und Küchenschrank stand immer ein bequemer Stuhl auf den man sich setzen konnte (zumindest wenn die Großmutter den Platz nicht besetzte) und das war auch im kältesten Winter der molligste Platz im gesamten Haus. Auch heute kann man natürlich noch solche Herde kaufen und installieren, dabei reicht das Angebot von kleinen Beistellherden, die nur 40cm breit sind und eine Kochplatte aus Stahl oder Ceran haben, womit sich prima kochen und heizen lässt, bis zum Monsterherd, der sogar teilweise oder ganz die Zentralheizung ersetzen kann, weil er wasserführend ist. Der ganz große Vorteil eines solchen Herdes ist jedoch, dass er gleich zwei wichtige Aufgaben bei Stromausfall oder sonstigen Notsituationen erfüllt und außerdem mit verschiedenen Brennstoffen z.B Holz oder Kohlen betrieben werden kann.
Eine kleine Auswahl finden Sie beispielsweise beim Otto Versand oder im OfenShop.
Alternativen ohne Rauchabzug
Wer sich nur für max ein paar Tage für einen Stromausfall wappnen möchte, findet dazu jede Menge Geräte die zumindest ein bis zwei Zimmer temperieren können. Auch bei der Auswahl solcher Heizgeräte ist vor allem auf den Brennstoff zu achten den man verwenden möchte.
Gas - Wenn Sie sich für Gas entscheiden, sind Sie mit der Entscheiderei aber noch lange nicht fertig. Möchten Sie einen Infrarotstrahler oder einen Katalytofen ins Wohnzimmer stellen? Der Katalytofen verbrennt das Gas und erwärmt dadurch die Raumluft, was wiederum Sie warm hält. Der Infrarotstrahler verbrennt das Gas an einer Keramikplatte mit vielen, vielen kleinen Löchern drin. Die Keramikplatte beginnt dabei zu glühen und sendet Infrarotstrahlen aus. Diese erwärmen dann wiederum die Objekte, die in Strahlrichtung stehen.
Wenn Sie einen solchen Gasofen in geschlossenen Räumen verwenden, sollten Sie aber unbedingt auf gutes und regelmäßiges Lüften achten. Nicht so sehr, wegen der Qualität der Atemluft. Die meisten Geräte haben heutzutage eine Sicherheitsabschaltung, die z.B. ab 1% CO2 in der Raumluft den Ofen ausschaltet. Vor allem die durch den Heizbetrieb mit Gas steigende Luftfeuchtigkeit kann bei regelmäßigem Gebrauch zu ernsthaften Schimmelproblemen führen. Also lüften Sie ausreichend!
Solche Gasheizungen sind in den letzten sozusagen in Mode gekommen und können inzwischen in jedem gut sortierten Baumarkt ab etwa 80 Euro erstanden werden. Auch im Camping- oder Segelzubehör Fachhandel kann man tolle Dinge finden.
Petroleum – Petroleumheizungen empfinden viele Menschen als angenehmer als die gasbetriebenen Heizungen für den Innenbereich. Sie sind oft kleiner und passen daher besser in eine kleine Wohnung. Bei der Auswahl müssen Sie aber wieder darauf achten, dass keine Netzstrom erforderlich ist, denn moderne Pretroleumöfen haben eine Menge Elektronik in ihren Eingeweiden. Steuerung der Raumtemperatur, Ventilator etc sind für unsere Zwecke als Notfallheizung bei Stromausfall natürlich kontraproduktiv.
Ein großer Nachteil dieser Öfen ist auf jeden Fall die Brennstoffbeschaffung. Das erste Problem ist, dass unter der Bezeichnung Petroleum so zu ziemlich alles angeboten wird, was ein Destilat aus Erdöl ist. Und mit Literflaschen zu 3,80 Euro welches Sie sonst für Ihre Lampen nutzen wollen Sie natürlich aus Kostengründen auch nicht heizen. Natürlich finden Sie Online- oder im Spezialhandel passende Gebinde. In Holland oder Frankreich mögen 20 Liter Gebinde mit Petroleum für die Heizung ein alltäglicher Anblick im Baumarkt sein. In Deutschland ist das leider anders.

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